Die Rückkehr der Kabinettweine

Der Trend in den letzten Jahren lag ja ganz eindeutig bei den Rotweinen. Schmecken sollten die Weine hauptsächlich nach Burgund oder Toskana. Mit Alkohol als bekanntem Geschmacksträger wurde es möglich gemacht, dass eine große Vielzahl an unwiderstehlichen Aromen entstehen konnte. Und durch den jetzigen Klimawandel war das sogar in Deutschland möglich. Leichte Weißweine hatten es in dieser Zeit nun wirklich nicht einfach. Das scheint sich aber nun zu wenden. Niemand hat natürlich etwas gegen einen schönen schweren, körperreichen Rotwein einzuwenden, besonders zu einer recht kräftigen Mahlzeit oder auch vor dem kuscheligen Kamin im Winter. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man im Sommer Temperaturen um die dreißig Grad hat oder im Winter auch gerne einmal ein Gläschen mehr trinken möchte, was bei schweren Rotweinen schon einmal zu einem recht schweren Kopf am nächsten Tag führen kann. In früheren Jahren gab es zu diesen Anlässen die Kabinettweine. Durch einen recht moderaten Alkoholgehalt von zehn oder elf Prozent war er immer bestens geeignet auch für einen langen Partyabend.
Zwar gibt es diese Kabinettweine auch heute noch, allerdings waren das bis vor kurzen gar keine wirklichen Kabinettweine, sondern eher Auslesen und auch Spätlesen. Nun ist es aber endlich wieder soweit, dass die Wende klar erkennbar ist. Das ist seit ein oder auch zwei Jahren wieder so, und über den Grund dafür ist man sich noch nicht im Klaren. Vielleicht liegt es an dem veränderten Bewusstsein für Ernährung, so dass die leichtere Weine wieder in Mode kommen. Vielleicht denken die Winzer auch wieder etwas mehr an den ganz normalen Menschen, der einfach nur einen genüsslichen Feierabend-Wein sucht. Der Trend zurück zum Kabinettwein ist auf jeden Fall zu begrüßen.


Foto Quelle chadmagiera